Du willst Vermögen aufbauen, hast aber keine große Summe übrig? Ein ETF-Sparplan startet bei vielen Brokern schon mit 25 oder 50 Euro im Monat. Hier steht, wie er funktioniert, was der Cost-Average-Effekt bewirkt und worauf du bei ETF und Kosten achtest.
Was ein ETF-Sparplan macht
Ein ETF-Sparplan investiert automatisch einen festen Betrag in einem festen Rhythmus, meist monatlich, in einen ausgewählten ETF. Du richtest ihn einmal ein, danach führt dein Broker die Käufe selbst aus, in der Regel per Lastschrift von deinem Referenzkonto.
Viele Online-Broker ermöglichen das schon ab 25 oder 50 Euro im Monat. Ein größeres Startkapital brauchst du nicht.
Der Cost-Average-Effekt
Beim Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) investierst du bei jedem Kauf denselben Betrag und bekommst deshalb bei niedrigen Kursen mehr Anteile, bei hohen weniger.
Über viele Käufe entsteht so ein Durchschnittspreis. Den richtigen Einstiegszeitpunkt musst du nicht treffen, und Kursbewegungen sagt ohnehin niemand zuverlässig voraus. Der Effekt verringert das Timing-Risiko. Er garantiert keinen Gewinn und schützt nicht vor Verlusten, wenn die Kurse insgesamt fallen.
Was Geduld rechnerisch bewirken kann
Ein einfaches Rechenbeispiel: Wer 30 Jahre lang monatlich 100 Euro investiert, zahlt insgesamt 36.000 Euro ein. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Rendite von 7 Prozent pro Jahr wäre das Endkapital allein durch den Zinseszinseffekt deutlich höher als das Dreifache der eingezahlten Summe. Die 7 Prozent sind eine Annahme zur Veranschaulichung der Rechnung, keine Prognose und keine Aussage darüber, was Aktienindizes erzielt haben oder erzielen werden. Tatsächliche Erträge schwanken von Jahr zu Jahr stark und können auch negativ sein. Fallen sie schlecht aus, kann das Endkapital deutlich niedriger liegen, im Extremfall sogar unter der Einzahlungssumme.
Worauf du bei der ETF-Auswahl achtest
Je breiter ein ETF streut, desto geringer ist das Einzelrisiko. Als Basis eignet sich in der Regel ein ETF auf einen international breit diversifizierten Index mit Aktien aus vielen Ländern und Branchen. Spezialisierte oder regional enge ETFs können eine sinnvolle Ergänzung sein, sollten in einem langfristig ausgerichteten Depot aber eher die Ausnahme bleiben.
Schau auch auf die Kosten. Manche Broker verlangen ein prozentuales Mindestentgelt pro Sparplan-Ausführung, das bei sehr kleinen Monatsbeträgen relativ stark ins Gewicht fällt. Viele Broker bieten inzwischen aber auch komplett kostenlose Sparpläne für ausgewählte, breit gestreute ETFs an. Ein Vergleich lohnt sich.
Einmalanlage zum Start?
Ob du den Sparplan mit einer Einmalanlage beginnen solltest, statt nur monatlich einzuzahlen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Steht dir bereits ein größerer Betrag zur Verfügung, ist er bei einer Einmalanlage sofort investiert, trägt aber das volle Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunkts. Wenn dir das Timing Unbehagen bereitet, kannst du die Summe über mehrere Monate strecken und so dieses Risiko senken. Dafür bleibt ein Teil des Geldes länger uninvestiert. Welche Variante am Ende besser ausfällt, lässt sich vorab nicht wissen. Das Strecken ist ein Cost-Average-Effekt in kleinerem Maßstab.
Die Positionsgröße bleibt deine Entscheidung
Ein Sparplan nimmt dir die Entscheidung über den Einstiegszeitpunkt ab, aber nicht die über die Gewichtung. Offen bleibt, wie viel Prozent deines Gesamtvermögens in eine Anlageklasse oder einen bestimmten ETF fließen sollen.
Dein nächster Schritt: Rechne es mit dem kostenlosen Positionsgrößen-Rechner von Axiomly durch. Er zeigt dir auch bei regelmäßigen Sparplan-Raten, wie sich deine Positionen im Verhältnis zu deinem Gesamtvermögen und deinem persönlichen Risikobudget entwickeln.